Renovierung Ton Studio …

Hallo allerseits.

Hier möchte ich mal einen Überblick über mein Megaprojekt dieses Jahr geben. Wir hatten schon länger vor mal zu Renovieren. Wir haben uns dazu entschlossen es gleich richtig zu machen, wenn wir es schon mal anfassen (auch einer unserer Grundsätze). Somit sollten viele Schwachstellen beseitigt werden und vor allem bessere Akustik und professionelle Optik realisiert werden.

Also erstmal Planung (Start April 2016) … Oh je – das ist wichtig und braucht viel Zeit, Zeit,Zeit … Ohne die theoretischen Grundlagen schlecht zu realisieren – also erst mal Grundlagenforschung gemacht. Wenn man selbst der Planer ist, dann hat man natürlich die Freiheit gleich vieles anzupassen, probieren und zu optimieren – Hauptsache man verzettelt sich nicht und behält die Ziele im Auge (Akustik, Budget) …

Also Grunddaten:

Aus 2 akustisch recht ungünstigen Räumen einen machen, der dann akustisch für beide Aufgaben (Aufnahme/Regie) möglichst optimiert sein soll. Alles ! in Eigenleistung ausführen (Nebenbei hat man ja auch noch einen Hauptjob :-). Budget einhalten – ca. 1500€.

Hier ein Überblick über die finalen Pläne:

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Juni 2016 KW 23 – Soo – der Umbau startet  – Hier mitten im Freiräumen. Gar nicht so einfach alles irgendwo unterzubringen – Gitarren mussten ins Esszimmer (zu den B&W Silver Signature 🙂 ), der Rest gut verpackt im restlichen Keller (da muss man ja auch erst mal Platz schaffen) mit unterkommen …

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Juni 2016 KW 23 – Gleich weiter mit entkernen … also Paneele von den Wänden und Decken ab, altes Laminat aufnehmen (soll im Vorraum evtl wiederverwendet werden). Das ganze für 2 Räume.

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Juni 2016 KW 25 – Entkernung ist fertig – nun muss die Wand raus. Statik wurde vorher geprüft!! Das Einreißen ist nicht das Problem – nur das entsorgen von dem Kram – uff. Ggf Atemschutz nicht vergessen. Vielen Dank an meine beiden Kinder für die Hilfe beim raustragen…

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Hier jetzt gut zu sehen – alles ist blank:

  • Boden – Beton-Estrich auf Bodenplatte
  • Wände Kalksandstein
  • Decke – Stahlbetonplatten

Juni 2016 KW 26 bis 28 – Erste grobe Löcher gefüllt (Schnittpunkte zur entfernten Mauer, tw alter Putz der nicht richtig fest war). Dann Trockenbau. Wegen der Heizungsrohre musste ich sowieso entsprechende Kanäle an der Decke machen. Habe dies gleich für Licht, Strom und Netzwerkkabel genutzt. Die Elektroverkabelung der alten Räume habe ich bis auf ein paar Steckdosen weitergenutzt bzw. angepasst. Hier unter anderem die 3 Lichtkreise – 2 davon Raumlicht (Normales/helles Licht – 10 Spots; Effektlicht 10 RGB LED Spots + 4 “mitschaltende” Steckdosen) und der dritte Kreis als vom Regieplatz aus schaltbares Lichtschild im Vorraum – RECORDING. Die Kanäle an der Decke sind mit Rauholz 4×6 und Rigipsplatten (doppelt) erstellt. Decke und Rest relativ fein gespachtelt (Rotband). Dann noch den Türdurchgang mit Kalksandsteinen verkleinert (von 102 auf 76cm). Die vorher verbaute Falttür wird durch eine richtige ersetzt. Die Dämmwolle für die Akustikelemente (Eckbassabsorber) habe ich mir zwischendurch von einem Kollegen mitbringen lassen, der sowieso im Baumarkt war (Danke Tobi …). Somit Trockenbau größtenteils durch.

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Juli/August – Wir waren auch im Urlaub nicht faul – wir haben edlen Akustikstoff für die Absorber beschafft (Dubai – Dragon Mart 1). Fotos vom Stoff weiter unten …

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August/September 2016 bis KW37  – Fertig stellen der Spachtel/Malerarbeiten – Putzstruktur aufrollen (Rotband) dann Farbe rauf, Einsetzen aller Spots und Steckdosen, Bereinigen des Sicherungskastens (Entfernen/Ausklemmen unnötiger Sicherungen und Kabel). Fußbodenausgleich spachteln und Fußboden verlegen (Laminat; Elesgo Ahorn). Achso – die Tür habe ich auch eingebaut. Danke wieder an Tobi fürs mitbringen aus dem Baumarkt.

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September 2016 KW36/37 – Ikea ist dran – Bücherregal Gersby (für Akustikelemente – siehe Bonedo ) und Billys (flach). 20 Regale im Auto ist ganz schön viel :-). Desweiteren habe ich im Baumarkt Multiplex (Birke) Platten für die Eckelemente zuschneiden lassen und diese mit exakt zugeschnittenen 4×6 Rahmenleisten zusammengebaut. Regale aufgebaut (Gersby für Absorber gleich mit OSB-Platte – abweichend von der Empfehlung von Bonedo, da ich die Böden noch für die “Diffusor”-Regale benötige). Die beiden Helmholz Resonatoren zusammengebaut (MDF/beschichtetes MDF 19mm). Eckelemente mit Bühnenmolton 300 g/qm bespannt (rabenring.com).

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September 2016 KW38 – Zusammenbau der restlichen Regale und Start Bau der Akustikelemente. Gut zusehen – hinten Hofa Diffusor mit selbstgebautem 3fach Rahmen (Einzelelement hat 50x50cm) zum QRD Diffusor. Für vorn die “Bonedo” Ikea Absorber. Unten Plattenabsorber mit 4/6/8mm Plattenstärke (Sperrholz 3 lagig). Die Kanten werden mit Silikon schalldicht gemacht. Klebe aus Kostengründen auch gleich mit Silikon statt Montagekleber. Trocknung dauert zwar länger – aber da ich eh immer nur eine begrentzte Anzahl pro Abend fertig bekomme ist das kein Problem. Also unten Plattenabsorber (oberer Bass), oben poröser Breitbandabsorber (Dämmwolle Sonorock mit Faserflugbremse aus Folie). Im letzten Bild nochmal die “rohen” Absorber (Dekorahmen noch unbespannt, aber drin) – dort gut zusehen – im Feld der direkten Reflektionen der Boxen sind zusätzlich noch Polyurethanplatten verbaut, um ein Minimum an Reflektionen zu haben. Der Akustikschaum wurde auch in die Öffnungen an den Deckenkanälen eingepasst. Achso appropo Dämmwolle – entsprechend Schützen! Bei mir waren nur noch wenige Stellen im Gesicht ungeschützt. Alles andere verdeckt. Nichts jukt – keine Probleme beim Atmen . Gesundheit ist unbezahlbar …

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Oktober 2016 KW40 – Nachdem ich wegen Erkältung 1 Woche aussetzen musste nun weiter mit den Diffusor-Regalen für hinten rechts. Die überschüssigen Regalbretter der Absorber-Gersby (vorn) werden nun in die Diffusor-Gersby (hinten) eingebaut – etwas tricky die Bohrungen exakt hinzubekommen, so daß das zu den Brettern passt und man diese auch von außen festschrauben kann. Mit einem entsprechend sauberer Arbeit bekommt man das aber hin. Deckenabsorber gebaut (über Schreibtisch) (Polyurethanplatten auf Spanplatte mit Molton umspannt). Bespannung für die Absorber fertiggestellt. Hier ist jetzt auch der Stoff aus Dubai endlich mit dabei 😉 … Das sieht doch schon ganz ordentlich aus.

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Oktober 2016 KW41 – Es geht in riesen Schritten vorran. Nun ist der Tisch dran. Diesen habe ich selbst entworfen, da mir die am Markt verfügbaren zu teuer waren (ein Unterlass Duo Key 60+ sprengt allein das gesamte Budget doppelt!). Die Multiplexplatten wurden von einem lokalen Tischer (Dank an Tischlerei Schön – Beeskow) preiswert in Form gefräst. Somit konnte ich jetzt den Tisch fertig bauen und die Oberflächen behandeln. Alle Multiplex Platten wurden vor Zusammenbau geschliffen (120/240 Korn). Tisch zusammengebaut und dann mit Hartwachsöl (Osmo weiss + zweite Lage transparent glanz) beschichtet. Während der Trockung habe ich die 19″ Rackohrenwinkel zugeschnitten. Habe von einem IT-Kollegen entsprechende aussortierte Schienen/Profile aus alten Rittalschränken bekommen (Danke Freddi …). Nach Aushärtung – mind. 24h !! – wurden restliche Feinheiten der Oberfläche nochmal mit 1000er Schleifpapier wegpoliert und die Rackschienen montiert. Schick!

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Oktober 2016 KW42 Das Hartwachsöl riechtleider recht lang sehr chemisch (inzwischen mind. 2 Wochen), trotz guter Lüftung. Inzwischen ist es aber erträglicher. Somit kann ich anfangen wieder aufzubauen. Kabelwirrwar 🙂 – nur den Durchblick nicht verlieren. Das große Diffusorregal wurde inzwischen mit CDs als großflächiger QRD – Diffusor bestückt (auf dem Foto noch nicht ganz fertig). Die Öffnungen für den Hellmholzresonator (HHR) habe ich erstellt und mit Bassreflexrohren bestückt. Feintuning des HHR fehlt leider noch. Aber – endlich wieder richtige Musik im Studio !! Yeah.

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“Strich drunter” – Ich habe das Budget zwischenzeitlig doch erweitern müssen. Das liegt hauptsächlich an der Entscheidung für professionelle Diffusor Elemente von Hofa (+300€), professioneller Möbeloptik (Birke Multiplex, Hartwachs-Öl) statt Multiplex und ein paar anderer Kleinigkeiten die so nicht eingeplant waren. Aber ich liege immer noch unter 2000€ Baukosten. Schick oder ;-). Mir gefällts.

 

Nachtrag Juni 2017

Geruch des Hartwachsöls ist nach ca. 1-2 Monaten komplett verflogen. Akustik gefällt mir sehr gut. Habe mir noch Klipsch Speaker als Hifi-Referenz zu den Adams Monitoren dazugeholt – über den Monitorcontroller alles, incl. Sub, extra schaltbar dazu – perfekt!

Zusätzlich noch ein MicScreen für Gesangsaufnahmen. Mit dem MicScreen kann man nun flexibler nach Bedarf agieren. Die große Gitarrenbox (100w an 4×12) voll ausgefahren ist trotzdem zu laut. Werde in absehbarer Zeit mal ein IsoCab bauen. Auch wenn der Fender Mustang schon nicht schlecht ist – es ist keine echte Röhre 😉 …


 

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